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04.08.2017 09:55

Gold für Meschnig

Siegfried Meschnig räumte bei WM der Transplantierten groß ab.


TUMELTSHAM, RIED. Seit seinem neunten Lebensjahr lebt der gebürtige Tumeltshamer Siegfried Meschnig mit einer Spenderlunge und einem Spenderherz. Kürzlich kürte sich der 28-Jährige zum Weltmeister im Hochsprung.

1,50 Meter – für manche nur eine Zahl, für den Tumeltshamer Siegfried Meschnig etwas ganz Besonderes. Bei der kürzlich abgehaltenen Weltmeisterschaft der Transplantierten reichte diese Marke zum Titelgewinn für den Innviertler. Dem nicht genug gewann Meschnig auch noch Silber im Bowlen und im Tischtennis-Doppel. „Nachdem ich bei den vorherigen Weltmeisterschaften bereits einige Medaillen gewinnen hatte können, folgte jetzt mit dem Gewinn der Goldmedaille mein absolutes Highlight“, berichtet Siegfried Meschnig.

SPANNUNG BIS ZUM SCHLUSS

Besonders das Finale im Hochsprung glich einem Krimi. Nachdem der Innviertler die 1,50 Hürde im ersten Versuch geknackt hatte, musste er warten, ob nicht einer seiner Konkurrenten höher springt. „Tatsächlich ist ein anderer Athlet die gleiche Höhe gesprungen, aber nicht im ersten Versuch. Dadurch ging der Sieg an mich. Die Minuten vor seinem Sprung waren sehr aufregend und am Ende war die Erleichterung natürlich groß“, informiert der 28-jährige Innviertler, welcher noch Luft nach oben sieht.

„Als ich die Fotos vom letzten Sprung sah, bemerkte ich, dass ich locker noch einige Zentimeter höher hätte springen können. Das kann ich ja dann bei den nächsten Welt- oder Europameisterschaften nachholen“, so Meschnig mit einem Lächeln.

KEIN LEBEN OHNE SPORT

Obwohl der gebürtige Tumeltshamer seit fast 20 Jahren mit einem Spenderherz und einer fremden Lunge lebt, und täglich 18 Tabletten zu sich nehmen muss, ist der Sport sein großer Ausgleich. „Ich muss aber immer aufpassen, was ich esse und dass ich nicht zu viel Sport mache. Sonst habe ich keine weiteren Einschränkungen. Sport war schon immer ein Teil meines Lebens und wird es auch immer sein“, meint der 28-Jährige, welcher auch in der zweiten Mannschaft der erfolgreichen Rieder Volleyballer vom UVC Weberzeile aktiv ist.

DANK AN SPONSOREN

Trotz der herausragenden Leistungen muss der junge Innviertler alle Kosten selbst tragen. „Leider gibt es vom Verband keine Unterstützung. Ohne meine Sponsoren wie die Firmen Scheuch, ­Roitinger Personal, Josko, Hörmanseder, die Raiffeisenbank Tumeltsham oder die Mineralienfreunde Ried hätte ich nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen können. Ich möchte mich hierbei auch bei ihnen für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken“, so Meschnig.

EUROPAMEISTERSCHAFT

Sportlich geht es für den Innviertler kommendes Jahr mit der Europameisterschaft der Herz- und Lungentransplantierten sowie der Transplantierten weiter. „Als Weltmeister will ich natürlich auch dort so viele Goldmedaillen wie möglich gewinnen. Auch wenn ich jetzt natürlich schon etwas mehr Druck verspüre, aber davon lasse ich mich nicht abhalten. Immerhin bin ich froh, überhaupt Sport betreiben zu können“, so Meschnig abschließend.